Maxi Krabbe Trakies
Rechtsanwältin
Fachanwältin für
Familienrecht
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krabbe
appelhagen.de
Ein paar Klicks, eine schnelle Eingabe – und schon spuckt die App eine Unterhaltsprognose aus oder formuliert das passende Schreiben an den Ex-Partner. Was nach digitaler Erleichterung klingt, kann im Ernstfall teuer werden. Denn wo Gefühle und Existenzen auf dem Spiel stehen, reicht ein Algorithmus allein nicht aus. KI hält auch im Familienrecht Einzug: Apps schätzen Unterhalt, Chatbots formulieren Schreiben, Tools sortieren Belege. Klingt praktisch – birgt aber rechtliche Fallstricke.
Datenschutz vor Tempo
Wer sensible Familien- oder Gesundheitsdaten in offene KI-Dienste tippt, verarbeitet personenbezogene, teils besonders schutzwürdige, Daten. Bei Kinderdaten ist besondere Vorsicht geboten. Prüfen Sie Einwilligungen und Datenübermittlungen ins Ausland. Die Löschung bleibt Ihr Recht, ist aber nicht grenzenlos durchsetzbar.
KI als Helfer – mit Augenmaß
Die letzte Instanz bleibt die anwaltliche Prüfung. Unterhaltsrechner und Textassistenten sind nur Startpunkte. Verbindlich ist das nicht. Maßgeblich sind Ihre individuellen Verhältnisse, die aktuellen Leitlinien der Obergerichte und die freie richterliche Beweiswürdigung – nicht das Ergebnis einer App.
Unterhaltsrechner liefern zwar grobe Bandbreiten, berücksichtigen aber oft keine bereinigten Einkommen, abzugsfähige Aufwendungen, Sonder-/Mehrbedarfe oder Besonderheiten wie das Wechselmodell. Die KI kennt weder regionale Unterhaltsleitlinien noch Ihren Einzelfall. Eine anwaltliche Plausibilisierung schützt vor falschen Erwartungen und Vergleichsangeboten.
Überzeugend formuliert – juristisch oft daneben
Textassistenten erzeugen beeindruckend klingende Schreiben. Das Problem: Sie klingen überzeugend – sind es aber nicht. Häufig werden gerichtliche Entscheidungen zitiert, die in der Realität nicht existieren. Zudem ist es nach wie vor so, dass der Scheidungsantrag nur durch einen Rechtsanwalt/Rechtsanwältin bei Gericht eingereicht werden darf. Das kann kein KI-Programm.
Fazit
KI beschleunigt – Rechtssicherheit schafft erst die anwaltliche Bewertung Ihres konkreten Falls. Lassen Sie deshalb jede KI-Ausgabe fachanwaltlich prüfen, bevor Sie sie versenden oder vor Gericht verwenden. Wir beraten Sie gerne zu allen Fragen rund um Trennung und Scheidung.